„Writing A Song With My Best Friend“
Mit Depeche Mode hat Dave Gahan zweifelsohne grandiose Erfolge gefeierte, mit Depeche Mode verbinden wir seine exzentrische, sich immer wieder neu erfindende Persönlichkeit, die der Band auch in harten Zeiten das Überleben gesichert hat. Doch 22 Jahre Depeche Mode haben Spuren in Dave Gahans Gesicht und wohl auch in seiner Leber hinterlassen. Der mittlerweile 40jährige Gahan versank in seinem Leben in diversen Krisen, zeitweilig verlor er sich zwischen Drugs, Sex and Rock´n´Roll. Freunde prognostizierten den sicheren Exitus des DM-Frontmannes.
Mit „Paper Monsters“ veröffentlichte Gahan sein erstes Solo-Album. Dies ist alleine schon deswegen etwas besonders, weil Gahan bislang keinen einzigen Song von Depeche Mode selber geschrieben hat - dafür war stets Martin Gore zustädig. Die Aufgaben waren als bei der erfolgreichsten Band der 80er Jahre klar verteilt und im Vorfeld der Veröffentlichung von „Paper Monsters“ sagte Dave Gahan in einem Interview, dass ihn die kreativen Prozesse bei DM nicht mehr befriedigt hätten, ihm die Performance alleine nicht mehr ausreichen würde und er endlich nach Anerkennung als Songwriter suche. Oder Dave emotionaler: „Wir haben alle Gefühle, es ist nur erdammt schwer sie zu Papier zu bringen.“
Dieses Album ist deshalb vielleicht eine Trotzreaktion auf Gores Omnipotenz, der mit „Counterfeit2“ fast zeitgleich ein ziemlich abgeklärtes, routiniertes Solo-Album auf den Markt brachte. Dave Gahans „Platte“ scheint vielmehr als „großes Werk“: Ehrliche, düster-melancholische Worte eingehüllt in phasenweise ruhige, eingängige Sounds, gelegentlich durch Streicherarrangements verfeinert - das bringt „Paper Monsters“ auf den Punkt.