Andy Krüger, Edgar Slatnow und Kay Hildebrandt melden sich nach zwei Jahren Pause von Melotron mit ihrem neuen Album „Cliché“ zurück.
Wie bereits durch die vorherigen Veröffentlichungen geprägt, sprengen die Elektro-Popper auch im Jahre 2005 mit ihrem Release nicht die Erwartungen der fachkundigen Szene.
Die deutschen Texte sind eher seicht gehalten und bringen selten anregenden Inhalt rüber.
Lediglich das Rio Reiser-Cover „Menschenfresser“ und die Stücke „Propaganda“, „Stirb für mich“ und „Gläserne Zeiten“ heben sich leicht ab.
Neben „Lebenslauf“ avanciert „Propaganda“, das stark an And One´s Deutschmaschine erinnert, zu der härteren Stücke des Albums.
Doch wirklich hart klingt kein „Cliché“-Stück des Neubranderburger Trios, das übrigens von Marianne Rosenberg als Tour-Support mitgeschleppt wurde.
Und ebenso verträumt wie wahrscheinlich der Support für Marianne Rosenberg gestaltete sich die Produktion der Synthie-Pop-Platte: „Cliché“ entstand in der Abgeschiedenheit der peruanischen Anden und auf einer kleinen dänischen Insel.
Was Melotron bereits mit dem Album-Titel andeutet, ist Programm: Viel Gefühlsduselei und kaum Härte, weder im Text, noch im Arrangements. Eine „echtes“ Melotron-Album ohne Progression direkt ins Ohr der eingefleischten Fans.